Amtsgericht Gelsenkirchen:  Historie des ehemaligen Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer

 

Historie des ehemaligen Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer

Die Geschichte des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer bis zu dessen Aufhebung im Jahre 2015.
Bild des Amtsgerichts 1879 - 1904
1879 Das königlich-preußische Amt Buer

Am 01. Oktober 1879 trat das Gerichtsverfassungsgesetz in Kraft. Durch königlich preußische Verordnung betreffend die Errichtung von Amtsgerichten vom 26. Juli 1879 wurde neben den anderen preußischen Gerichten im Bezirk des Landgerichts Münster auch das Amtsgericht Buer errichtet. Durch Verordnung vom 05. Juli 1879 wurde aus dem Kreise Recklinghausen das Amt Buer dem Amtsgericht Buer zugeordnet. Das Amtsgericht Buer nahm am 01. Oktober 1879 seine Geschäfte auf mit einem Richter, zwei Bürobeamten, einem Gerichtsvollzieher, einem Kanzleigehilfen und einem Gerichtsdiener, der zugleich den Dienst eines Gefängniswärters sowie die Hauswartsgeschäfte wahrnahm. Den Gerichtsbezirk bildete das damalige Amt Buer. Dazu gehörte der gegenwärtige Stadtteil Buer mit Außenbezirken wie Erle, Beckhausen, Scholven, Hassel und Resse, der Stadtteil Horst, die heutigen Städte Westerholt und Gladbeck. Am 01. Oktober 1879 zählte man 10.839 Gerichtseingesessene. Das neu errichtete Amtsgericht hatte als Berufungsinstanz bis zum 01. Oktober 1892 das Landgericht Münster. Seit dieser Zeit gehört es zum Landgericht Essen. Das Gerichtsgebäude war von 1879 bis 1904 das von dem Amt Buer angemietete Haus Buer Nr. 126 heute Haus Hochstraße 66. Die Zahl der Gerichtseingesessenen wuchs durch die Zuwanderung im Zuge der beginnenden Industrialisierung rapide.


Amtsgericht Westerholter Straße
1904 Neubau an der Westerholter Straße

Nachdem das Haus Buer Nr. 126 für das inzwischen vergrößerte Gericht räumlich nicht mehr ausreichte und auch weitere Anmietungen keine zufriedenstellende Dauerlösung darstellten, wurde nach einer knapp zweijährigen Bauzeit von April 1902 bis zum 15. Februar 1904, an ein neu errichtetes Gebäude bezogen. Das Amt Buer hatte auf dem von ihm angekauften ca. 38 a großen Grundstück an der Westerholter Straße ein neues amtsgerichtliches Geschäftsgebäude mit Dienstwohnung für den Kastellan sowie ein Gefängnisgebäude mit Dienstwohnung für einen Unterbeamten erbaut und an die Justizverwaltung gegen den Mietzins von 4 3/4 Prozent des reinen Baukapitals (ohne Zuziehung des Wertes des Grundstücks) vermietet. Dieser Neubau reichte lediglich für ein mit sechs Richtern besetztes Amtsgericht. Die Einweihungsfeier fand am 07. April 1904 statt.


1908 Umzug ins ehemalige Krankenhaus

Im Jahre 1908 war das Amtsgericht bereits auf zehn Richter angewachsen. Weitere Anmietungen außerhalb des Gebäudes Westerholter Straße waren erforderlich, so ab 1908 im vorher freigezogenen alten Krankenhaus an der Ostseite der Urbanuskirche.

Mit dem 01. Februar 1913 trat die erste größere Veränderung hinsichtlich des Gerichtsbezirks ein. 47693 Gerichtseingesessene aus dem Bezirk Buer wurden nach Gladbeck übernommen. Dort war ein eigenes Amtsgericht gegründet worden. Beim Amtsgericht Buer verblieben 103058 Gerichtseingesessene. Diese Zahlen, verglichen mit der Zahl der Gerichtseingesessenen von 1879 (10839) spiegeln die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Region dar.

Nachdem die Anmietung der weiteren Räume 1919 vorübergehend rückgängig gemacht wurde, ergab sich 1956 erneut die Notwendigkeit weiterer Anmietung. Es wurden Räume des früheren Dom-Cafés angemietet. Im Jahre 1968 mußten weitere Räume im Goldberghaus(gegenüber dem heutigen Amtsgericht) angemietet werden.

Im Jahre 1968 erhielt das Staatshochbauamt Recklinghausen den Auftrag einer Musterplanung für den Neubau des Amtsgerichts in Gelsenkirchen-Buer aufzustellen. Im Mai 1971 wurde der Bau des jetzigen Amtsgerichts am Goldberg begonnen. Das Richtfest fand im Januar 1972 statt.


1973 Neues Amtsgericht im Zentrum von Gelsenkirchen-Buer
Das neue Amtsgerichtsgebäude wird im März 1973 übergeben. Es befindet sich im Zentrum von Gelsenkirchen-Buer in unmittelbarer Nachbarschaft von Gymnasium, kirchlichen Bauten und Rathaus. Es handelt sich um eine Anlage mit eingeschossigem Flachbau und aufgesetztem sechsgeschossigem Bürohaus. Die Räume, in denen starker Publikumsverkehr herrscht sind im Erdgeschoss untergebracht. Dazu gehören sechs Sitzungssäle, Vernehmungsräume, das Grundbuchamt, die Wachtmeisterei und die Zahlstelle. Auf der Seite zur Goldbergstraße befindet sich eine Edelstahlplastik des Gelsenkirchener Künstlers Günther Tollmann.

1975 Änderung des Amtsgerichtsbezirks
Die Zuständigkeit des Gerichtes veränderte sich zum 01. Januar 1975. Im Zuge der kommunalen Neugliederung schied die Stadt Westerholt aus dem Amtsgerichtsbezirk Gelsenkirchen-Buer aus.

1977 Zuständigkeitserweiterung in Bußgeldverfahren und Familiengericht
Andererseits erhielt das Amtsgericht Gelsenkirchen-Buer ab 01. Januar 1977 die Zuständigkeit für Bußgeldverfahren wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten gegen Erwachsene sowie die Zuständigkeit des Familiengerichts. 


2000/2001 Vollausstattung mit Computern
In den Jahren 2000 bis 2001 wurden die technischen Voraussetzungen für die Installation von Computern in sämtlichen Diensträumen geschaffen. Seit Herbst 2001 ist jeder Arbeitsplatz im Gericht mit einem PC versehen und die Arbeitsplätze sind untereinander vernetzt.

 

2002 Handelsregister zentralisiert beim Amtsgericht Gelsenkirchen
Seit Mitte des Jahres 2002 befindet sich das Handelsregister zentralisiert beim Amtsgericht Gelsenkirchen.

2003 Internetauftritt des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer
Das Amtsgericht Gelsenkirchen-Buer verfügt nun über eine Internetseite.
Derzeit arbeiten 6 Richterinnen und 7 Richter sowie weitere 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Amtsgericht
Gelsenkirchen-Buer.


2004 Amtsgericht Gelsenkirchen-Buer wird 125 Jahre
Am 01.10.2004 konnte das Amtsgericht Gelsenkirchen-Buer sein 125-jähriges Bestehen verzeichnen.Diesen Anlass nutzten die Mitarbeiter des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer am 08.10.2004 um sich, die Aufgaben und das Gericht im Zuge eines Tages der offenen Tür vorzustellen.Neben einem umfangreichen Unterhaltungsprogramm wie beispielsweise einem Kinderzirkus, einer Schülerband, einer justizeigenen Tanzgruppe (Dancin´Justice) und den Gelsenkirchener Swingfonikern fanden Schaugerichtsverhandlungen statt. Ferner gab es eine umfassende Fotoausstellung über die Historik des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer sowie Infostände der einzelnen Abteilungen, der Schiedsleute, dem Kinderschutzbund und der Bewährungshilfe. Auch die Polizei Gelsenkirchen präsentierte sich mit diversen Beiträgen.Dieser Tag fand bei den Mitarbeitern sowie bei den zahlreichen Bürgern, die das Gericht besuchten, großen Anklang.

2006 Einführung des „elektronischen Grundbuchs“
Die Einführung des Computerprogramms SolumStar im Grundbuchamt ermöglicht es seit dem Jahre 2006 die Grundbücher elektronisch zu führen.

2008 Webauftritt des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer nun barrierefrei
Der Internetauftritt des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer ist durch die Umstellung auf das Content-Management-System barrierefrei.


2009 Aufhebung des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer ist beschlossen
Die Aufhebung des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer zum 30.06.2012 ist durch das Dritte Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Gliederung und die Bezirke der ordentlichen Gerichte und anderer Gesetze vom 13. Januar 2009 beschlossen.
Es wird der Neubau eines Justizzentrums Gelsenkirchen mit den Behörden Amtsgericht Gelsenkirchen, Arbeitsgericht, Sozialgericht und Ambulante Soziale Dienste geplant.

2011 Die Aufhebung des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer ist verschoben
Das Dritte Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Gliederung und die Bezirke der ordentlichen Gerichte und anderer Gesetze vom 13.01.2009 wird aufgehoben.
Die Aufhebung des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer erfolgt nun zum 31.12.2015.



Februar 2013 Nutzung von Räumlichkeiten durch Amtsgericht Gelsenkirchen
Der Altbau des Gebäudes des Amtsgerichts Gelsenkirchen an der Overwegstraße kann wegen Einsturzgefahr nicht mehr genutzt werden. Die Bueraner sind zusammengerückt, so dass im Februar 2013 mit Ausnahme der Rechtspfleger die gesamte Jugendstrafabteilung des Amtsgerichts Gelsenkirchen in die Goldbergstraße übersiedeln konnte. Ferner wird ein Teil der Termine des Amtsgerichts Gelsenkirchen in der Goldbergstraße durchgeführt.

April 2013 Gepäckdurchleuchtungsanlage geht in Betrieb
Für die Eingangskontrolle beim Amtsgericht Gelsenkirchen-Buer steht nun für Jacken, Handtaschen, Rucksäcke oder Ähnliches eine Gepäckdurchleuchtungsanlage zur Verfügung. Die Anlage wurde bereits bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London betrieben.

Mai 2013 Anbau von zwei weiteren Sitzungssälen
An den Saaltrakt des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer wurden zwei weitere Sitzungssäle angebaut. Diese werden nun für weitere Sitzungstermine des Amtsgerichts Gelsenkirchen genutzt.

Dezember 2015 Aufhebung des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer
Mit dem Ende des letzten Arbeitstages im Jahr 2015 sind sämtliche Zuständigkeiten des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer auf das Amtsgericht Gelsenkirchen übergegangen. Der Neubau des Justizzentrums in Gelsenkirchen-Ückendorf konnte kurz vor Jahresende ebenfalls übergeben werden. Am 25. Januar 2016 fand sodann der Umzug der Mitarbeiter des ehemaligen Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer, nun als weitere Mitarbeiter des Amtsgerichts Gelsenkirchen, in das neue Justizzentrum statt.



 

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